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Mandantenbrief
Dezember 2010

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Steuertermine

10.12. Umsatzsteuer
Lohnsteuer
Kirchensteuer zur Lohnsteuer
Einkommensteuer
Kirchensteuer
Körperschaftsteuer
Getränkesteuer
Vergnügungsteuer
Die dreitägige Zahlungsschonfrist endet am 13.12. für den Eingang der Zahlung. Diese Frist gilt nicht für die Barzahlung und die Zahlung per Scheck.

Zahlungen per Scheck gelten erst drei Tage nach Eingang des Schecks bei der Finanzbehörde als rechtzeitig geleistet. Um Säumniszuschläge zu vermeiden, muss der Scheck spätestens drei Tage vor dem Fälligkeitstag dem Finanzamt vorliegen.

Alle Angaben ohne Gewähr

Vorschau auf die Steuertermine Januar 2011:

10.01. Umsatzsteuer
Lohnsteuer
Kirchensteuer zur Lohnsteuer
Getränkesteuer
Vergnügungsteuer
Die dreitägige Zahlungsschonfrist endet am 13.01. für den Eingang der Zahlung. Diese Frist gilt nicht für die Barzahlung und die Zahlung per Scheck.

Zahlungen per Scheck gelten erst drei Tage nach Eingang des Schecks bei der Finanzbehörde als rechtzeitig geleistet. Um Säumniszuschläge zu vermeiden, muss der Scheck spätestens drei Tage vor dem Fälligkeitstag dem Finanzamt vorliegen.

Alle Angaben ohne Gewähr

Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge Dezember 2010:

Die Beiträge sind in voraussichtlicher Höhe der Beitragsschuld spätestens am drittletzten Bankenarbeitstag eines Monats fällig. Für Dezember ergibt sich demnach als Fälligkeitstermin der 28.12.2010.



Inhalt:

  1. Alle Steuerpflichtigen: Änderungen durch das Jahressteuergesetz 2010
  2. Alle Steuerpflichtigen: Höchstbetrag der Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen
  3. Arbeitnehmer: Bücher als Arbeitsmittel
  4. Arbeitnehmer: Beruflich veranlasste Umzugskosten
  5. Arbeitnehmer: Zeitliche Begrenzung des Abzugs von Verpflegungsmehraufwendungen
  6. Arbeitnehmer: Erneute doppelte Haushaltsführung in derselben Wohnung möglich
  7. Eltern: Kürzungen des Elterngeldes stehen bevor
  8. Eltern: Wahl des Kindergeldberechtigten im Nachhinein möglich
  9. Freiberufler: Kosten für das häusliche Übungszimmer eines Berufsmusikers

1. Alle Steuerpflichtigen: Änderungen durch das Jahressteuergesetz 2010

Auch wenn das Jahressteuergesetz 2010 zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in "trockenen Tüchern" ist, d.h. noch nicht endgültig das Gesetzgebungsverfahren durchlaufen hat, möchten wir Sie an dieser Stelle dennoch über einige wichtige Gesetzesänderungen informieren, deren Umsetzung sehr wahrscheinlich ist.

Nachdem das Bundesverfassungsgericht die derzeitige Gesetzeslage in Bezug auf die Abzugsfähigkeit der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer für verfassungswidrig erachtet hat (vgl. auch 1. Beitrag der September-Ausgabe des Mandantenbriefes), ist nun auch der Gesetzgeber tätig geworden. Im Jahressteuergesetz 2010 ist vorgesehen, dass künftig bis zu 1.250 EUR von Personen geltend gemacht werden können, denen für ihre berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Sofern das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit bildet, ist ein unbegrenzter Abzug der Kosten weiterhin möglich. Die Gesetzesänderung wird rückwirkend ab dem Veranlagungszeitraum 2007 gelten.

Aufgrund der Regelungen in § 23 des Einkommensteuergesetzes sind private Veräußerungsgeschäfte, bei denen der Zeitraum zwischen der Anschaffung und der Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt, zur Einkommensteuer heran zu ziehen. Gewinne sind zu besteuern, Verluste können mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Der Bundesfinanzhof hatte mit Urteil vom 22.04.2008 (Az: IX R 29/06) entschieden, dass das private Veräußerungsgeschäft auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs, wie z.B. Autos, einschließt. In der Folge konnten Verluste aus solchen Verkäufen beispielsweise auch mit Gewinnen aus Wertpapiergeschäften verrechnet werden.

Im Jahressteuergesetz 2010 wird dies nun geändert; der An- und Verkauf von Gegenständen des privaten Gebrauchs innerhalb der Jahresfrist wird nun nicht mehr als privates Veräußerungsgeschäft gesehen. Eine Verlustverrechnungsmöglichkeit wird somit künftig entfallen, Gewinne hieraus müssen aber auch nicht versteuert werden.

Die Steuervergünstigung für haushaltsnahe Handwerkerleistungen ist künftig ausgeschlossen, wenn die Handwerkerleistung selbst mit öffentlichen Mitteln gefördert wurde. Die Neuregelung gilt für Handwerkerleistungen, die ab 2011 erbracht werden. Unter "öffentlichen Mitteln" sind nicht nur steuerfreie Zuschüsse zum jeweiligen Handwerkerprojekt zu verstehen, sondern auch zinsgünstige Darlehen, die beispielsweise für bestimmte Handwerkerleistungen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt werden.

Der Sonderausgabenabzug für Kranken- und Pflegeversicherung richtet sich grundsätzlich nach dem Zeitpunkt der Zahlung. D.h. im Jahr der Zahlung der Beiträge kann der Sonderausgabenabzug durchgeführt werden (sog. Abflussprinzip). Damit ab 2011 nicht mehr die Möglichkeit besteht, durch Vorauszahlung der Beiträge Steuern zu sparen, wird das Abflussprinzip nun eingeschränkt. Ab dem kommenden Jahr werden voraus gezahlte Beiträge für Folgejahre nur dann im Zahlungsjahr als Sonderausgabe absetzbar sein, soweit die für die Zukunft geleisteten Beiträge das 2,5-fache der für den Veranlagungszeitraum gezahlten Beiträge nicht übersteigen. Darüber hinausgehende Beiträge können als Sonderausgaben nur in dem Jahr berücksichtig werden, für das sie gezahlt werden. Die Neuregelung soll ab 2011 gelten, sodass eine Vorauszahlung von Beiträgen in 2010 noch als Sonderausgaben in 2010 absetzbar sein sollte.

Des Weiteren werden durch die Änderungen des Jahressteuergesetzes 2010 eingetragene Lebenspartnerschaften für Zwecke der Erbschaft- und Schenkungsbesteuerung Ehegatten gleichgestellt. Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft werden wie geschiedene Ehegatten behandelt. Damit wird neben der seit 2009 geltenden Gleichstellung hinsichtlich der Höhe der Freibeträge nun auch eine Gleichstellung hinsichtlich der Steuersätze erreicht.

Ähnlich wie im Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht erfolgt auch für Zwecke der Grunderwerbsteuer eine Gleichstellung der Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft mit Ehegatten. In der Folge muss daher ab Veröffentlichung des Jahressteuergesetzes 2010 im Bundesgesetzblatt für Grundstücksübertragungen zwischen Lebenspartnern einer eingetragenen Lebenspartnerschaft keine Grunderwerbsteuer mehr gezahlt werden.

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2. Alle Steuerpflichtigen: Höchstbetrag der Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen

Für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen kann die sog. Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen in Höhe von 20 % der Aufwendungen, maximal 1.200 EUR/Jahr, in Anspruch genommen werden.

Unklar war bisher, ob in Fällen, in denen Eheleute jeweils eine Wohnung bewohnen, die Steuerermäßigung auch zwei Mal in Höhe des gesetzlichen Höchstbetrages in Anspruch genommen werden kann. In diesem Fall würde die Steuerermäßigung bei Eheleuten maximal 2.400 EUR betragen.

Diese Frage wurde inzwischen vom Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 29.07.2010 (Az: VI R 60/09) geklärt. Die Richter stellten fest, dass zusammen veranlagte Ehegatten, die mehrere Wohnungen nutzen, die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen nur einmal bis zum gesetzlichen Höchstbetrag in Anspruch nehmen können. Das Gericht betonte, für eine mehrfache Inanspruchnahme der Steuerermäßigung fänden sich keine Anhaltspunkte im Gesetz. Aus dem Wortlaut der einschlägigen Vorschrift könne nicht abgeleitet werden, dass bei mehreren genutzten Wohnungen die Steuerermäßigung auch mehrfach zu gewähren ist. Außerdem gelte die Begrenzung der Steuerermäßigung der Höhe nach auf einen Betrag in Höhe von 1.200 EUR unabhängig davon, ob die steuerbegünstigten Leistungen in einer oder in mehreren Wohnungen erbracht worden sind. Eine Benachteiligung von Eheleuten gegenüber Alleinstehenden sei hierdurch nicht gegeben, da das Gesetz die doppelte Inanspruchnahme des Höchstbetrages von zwei Alleinstehenden, die in einem Haushalt zusammen leben, explizit ausschließt.

Tipp:

Die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen ist eine einfache Möglichkeit, die Steuerlast zu reduzieren. Der BFH hat mit seiner Entscheidung einer mehrfachen Inanspruchnahme der Steuerermäßigung durch Eheleute Grenzen gesetzt. Es besteht somit lediglich die Möglichkeit, Ausgaben für nicht dringend erforderliche Handwerkerleistungen ggf. über mehrere Jahre zu verteilen, um so den Höchstbetrag jedes Jahr aufs Neue auszuschöpfen.


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3. Arbeitnehmer: Bücher als Arbeitsmittel

Jeder Euro, der jenseits des Arbeitnehmer-Werbungskostenpauschbetrages i.H.v. derzeit 920 EUR in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden kann, wirkt sich steuermindernd aus. Neben formalen Voraussetzungen, also beispielsweise dem Nachweis der geltend gemachten Kosten durch das Einreichen der Belege und Rechnungen, ist erforderlich, dass die Aufwendungen auch tatsächlich für berufliche Zwecke getätigt wurden. Häufig ist diese Einordnung unproblematisch. In manchen Fällen jedoch ist die Trennung zwischen beruflich benötigten Arbeitsmitteln und Privatanschaffungen schwierig. So auch in einer aktuellen Entscheidung des Bundesfinanzhofes (BFH) vom 20.05.2010 (Az: VI R 53/09).

In dem Verfahren ging es um einen Lehrer, der die Fächer Deutsch, Geschichte, Sozialkunde und Ethik unterrichtete. An Werbungskosten hatte er Aufwendungen für zahlreiche Bücher und Zeitschriftenabonnements zusammengetragen. Das Finanzamt und auch das erstinstanzliche Finanzgericht ließen die Kosten nur teilweise zum Abzug zu und mussten sich nun vom BFH einen Rüffel einholen. Die Richter stellten klar, dass der Werbungskostenabzug nicht allein mit dem Argument versagt werden könne, "es handele sich um Bücher, die auch von zahlreichen Steuerpflichtigen gekauft würden, die keine berufliche Verwendung dafür hätten". Auch dürfe nicht allein darauf abgestellt werden, ob die Schriftwerke im Unterricht verwendet worden seien. Vielmehr müsse für jedes Buch bzw. jede Zeitschrift einzeln untersucht werden, ob sie für den Unterricht oder die Unterrichtsvor- bzw. Nachbereitung (dann Werbungskostenabzug) oder aus privatem Interesse (dann kein Werbungskostenabzug) oder aber für eine Mischung aus beidem (dann Aufteilung der anteiligen Kosten in einen beruflichen und einen privaten Teil) angeschafft wurden. Das Finanzgericht muss nun in einer erneuten Verhandlung genau bestimmen, in welchem Umfang das jeweilige Werk wofür verwendet worden ist.

Hinweis:

Auch wenn die vorgenannte Entscheidung des BFH grundsätzlich positiv ist, darf nicht vergessen werden, dass man die Beweislast dafür trägt, die berufliche Nutzung darzulegen. Danach gilt: Je eher sich der Verdacht einer privaten Nutzung aufdrängt, desto genauer sollte die berufliche Veranlassung der Anschaffung dargelegt werden.

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4. Arbeitnehmer: Beruflich veranlasste Umzugskosten

Wer aus beruflichen Gründen umziehen muss, kann die durch den Umzug verursachten Kosten als Werbungskosten steuermindernd zum Abzug bringen. Neben den Kosten für die Spedition, Fahrtkosten und Verpflegungsmehraufwendungen, doppelte Mietzahlungen, Maklerkosten usw., die belegmäßig nachgewiesen werden müssen, können daneben sogenannte sonstige Umzugsauslagen (wie z.B. Kosten für Behördengänge, den Anschluss der neuen Telefonanlage, die Renovierung der alten Wohnung usw.) pauschal steuermindernd angesetzt werden.

Diese Pauschbeträge wurden erfreulicherweise rückwirkend zum 01.01.2010 erhöht (BMF-Schreiben vom 11.10.2010 - IV C 5 - S 2353/08/10007). Konnten bisher für Ledige 628 EUR, für Verheirate 1.256 EUR und für jede weitere Person im Haushalt 277 EUR angesetzt werden, sind es nunmehr für Ledige 636 EUR, für Verheiratete 1.271 EUR und für jede weitere Person im Haushalt 280 EUR.

Hinweis:

Weiterhin wurde der Höchstbetrag für umzugsbedingte Nachhilfekosten je Kind angehoben. Insgesamt sind hier künftig 1.603 EUR absetzbar, während es bis 2009 1.584 EUR waren.

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5. Arbeitnehmer: Zeitliche Begrenzung des Abzugs von Verpflegungsmehraufwendungen

Aufgrund einer aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung entstehen Arbeitnehmern Verpflegungsmehraufwendungen, die bei Führung nur eines Haushalts nicht angefallen wären. Daher lässt das Einkommensteuergesetz den Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen für jeden Kalendertag der Abwesenheit vom eigenen Hausstand als Werbungskosten zu. Die Pauschbeträge hierfür liegen bei 24, 12 bzw. 6 EUR und sind nach der Abwesenheitsdauer gestaffelt. Der Gesetzgeber begrenzt die Möglichkeit des Abzugs von Mehraufwendungen für Verpflegung bei Begründung einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung auf drei Monate.

Diese zeitliche Begrenzung ist mit dem Grundgesetz vereinbar, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 08.07.2010 (Az: VI R 10/08) kürzlich entschieden hat.

Zur Begründung führt das Gericht aus, der Gesetzgeber gehe typisierend davon aus, dass die bei Beginn einer doppelten Haushaltsführung überwiegende berufliche Veranlassung des Verpflegungsmehraufwands nach drei Monaten entfällt bzw. der Arbeitnehmer dann regelmäßig eine Verpflegungssituation vorfindet, die keinen beruflich veranlassten Mehraufwand verursacht. Insbesondere verletze die Begrenzung auf drei Monate nicht den besonderen Schutz von Ehe und Familie, da sie im Rahmen einer sogenannten Doppelverdienerehe nicht zu einer ökonomischen Entwertung der beiderseitigen Berufstätigkeit führe. Denn ein Verpflegungsmehraufwand falle auch bei allen anderen Arbeitnehmern an und bleibe dort ebenfalls nach drei Monaten unberücksichtigt.

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6. Arbeitnehmer: Erneute doppelte Haushaltsführung in derselben Wohnung möglich

Einer aktuellen Entscheidung des Bundesfinanzhofes (BFH) vom 08.07.2010 zufolge kann nach Beendigung einer doppelten Haushaltsführung eine neue doppelte Haushaltsführung in der schon früher genutzten Wohnung begründet werden (Az: VI R 15/09). Somit ist es möglich, dass auch zu Beginn der erneuten doppelten Haushaltsführung wieder der Verpflegungsmehraufwand für drei Monate angesetzt wird.

Im Urteilsfall hatte ein wissenschaftlicher Assistent seinen Familienwohnsitz in Köln. Sein Arbeitgeber schickte ihn an ein Institut in A, wo der Kläger eine doppelte Haushaltsführung in einer Eigentumswohnung begründete. In der Folge konnte er dort seinen Verpflegungsmehraufwand für die ersten drei Monate steuerlich geltend machen. Später wurde der Kläger beurlaubt und nahm in dieser Zeit einen Lehrauftrag in einer anderen Stadt an. Seine Eigentumswohnung in A stand während dieser Zeit leer. Als er dann schließlich nach A zurückkehrte, bezog er wieder seine Eigentumswohnung und begehrte erneut den Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen für die ersten drei Monate seiner Berufstätigkeit.

Zu Recht, wie der BFH entschied. Da der Haushalt in A nicht mehr geführt wurde, sei insoweit die zuvor begründete doppelte Haushaltsführung beendet gewesen. Dementsprechend konnte den Richtern zufolge eine erneute doppelte Haushaltsführung in A - und zwar auch in der bereits früher genutzten Eigentumswohnung - begründet werden. Der erneute Abzug der Verpflegungsmehraufwendungen setze nicht voraus, dass sich der Arbeitnehmer am Beschäftigungsort eine neue Wohnung sucht.

Hinweis:

Der BFH hielt es außerdem für unproblematisch, dass der Kläger die Verpflegungssituation am Beschäftigungsort schon kannte, denn für den Abzug der Verpflegungsmehraufwendungen sei die konkrete Verpflegungssituation irrelevant.

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7. Eltern: Kürzungen des Elterngeldes stehen bevor

Aufgrund der Regelungen des zurzeit im Gesetzgebungsverfahren befindlichen Haushaltsbegleitgesetzes 2011 sind insbesondere in Bezug auf das Elterngeld zahlreiche Änderungen geplant. Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Vorab-Überblick hierzu:

Bisher beträgt das Elterngeld 67 % des weggefallenen durchschnittlichen Nettolohns der letzten zwölf Monate und ist im Maximum auf 1.800 EUR monatlich begrenzt. Im "schlechtesten Fall" (bspw. bei Bezug von Arbeitslosengeld II) werden 300 EUR Elterngeld pro Monat ausgezahlt.

Ab dem 01.01.2011 soll ab einem durchschnittlichen Nettoeinkommen von 1.240 EUR pro Monat das Elterngeld von 67 % auf 65 % gesenkt werden.

Der Höchstbetrag von 1.800 EUR soll auch in 2011 bestehen bleiben, allerdings ist für Spitzenverdiener kein Elterngeld mehr vorgesehen. Als Spitzenverdiener gelten Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen ab 250.000 EUR (Verheiratete: 500.000 EUR). Ferner ist eine Anrechnung des Elterngeldes bei Bezug von Arbeitslosengeld II und Kinderzuschlag geplant.

Eine weitere Einschränkung beim Elterngeld betrifft Personen mit ausländischem Einkommen. Ab kommendem Jahr sollen nur Einkünfte der Bemessung des Elterngeldes zugrunde gelegt werden, die auch in Deutschland versteuert werden. Aufgrund des europarechtlichen Gleichheitsgebotes soll diese Einschränkung jedoch nicht für Einkünfte, die im EU- oder EWR-Raum bezogen werden, gelten.

Hinweis:

Das Haushaltsbegleitgesetz 2011 wurde am 28.10.2010 vom Bundestag beschlossen. Es bedarf noch der Zustimmung des Bundesrates. Sollten sich entgegen der hier dargestellten Ausführungen noch Änderungen ergeben, werden wir Sie an dieser Stelle informieren.

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8. Eltern: Wahl des Kindergeldberechtigten im Nachhinein möglich

Dem Einkommensteuergesetz zufolge wird das Kindergeld nur an einen Elternteil ausgezahlt. Leben beide Eltern mir dem Kind in einem Haushalt zusammen, legen die Eltern fest, welcher Elternteil der Kindergeldberechtigte ist.

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat nun mit Urteil vom 01.06.2010 (Az: 4 K 4132/06 B) entschieden, dass das Wahlrecht der Eltern zur Bestimmung des Kindergeldberechtigten auch rückwirkend ausgeübt werden kann.

Der Entscheidung lag der Fall einer Familie mit zwei Kindern zugrunde. Kindergeldberechtigt war seit Geburt der Kinder der Vater. Wegen einer tarifvertraglichen Besitzstandsregelung konnte die Mutter einen Ortszuschlag nur dann beanspruchen, wenn sie im Monat Dezember 2005 Kindergeld erhalten hätte. Aus diesem Grund entschlossen sich die Eltern im Laufe des Dezember 2005, dass rückwirkend ab dem 01.12.2005 nicht mehr der Vater, sondern die Mutter kindergeldberechtigt sein solle und stellten einen entsprechenden Änderungsantrag. Die Familienkasse erlaubte einen Wechsel des Kindergeldberechtigten erst zum 01.01.2006. Die Behörde begründete ihre Entscheidung damit, dass ein rückwirkender Berechtigtenwechsel nicht möglich sei, wenn das Kindergeld zugunsten des anderen Elternteils bereits festgesetzt worden sei.

Dieser engen Sichtweise folgten die Richter des FG Berlin-Brandenburg nicht und ließen eine rückwirkende Änderung der Kindergeldfestsetzung zu. Lediglich dann, wenn das Kindergeld für den betreffenden Monat schon ausgezahlt worden und der Kindergeldanspruch für diesen Monat deshalb erloschen sei, scheide eine rückwirkende Änderung aus. Im konkreten Fall war das Kindergeld noch nicht vor dem Änderungsantrag der Eltern ausgezahlt worden, sodass der rückwirkende Wechsel noch möglich war.

Gegen die Entscheidung hat die Finanzverwaltung Revision eingelegt. Das letzte Wort in dieser Sache hat nun der Bundesfinanzhof.

Tipp:

Das FG Berlin-Brandenburg hat - wie zuvor bereits andere Finanzgerichte - den Steuerpflichtigen die Möglichkeit zum Wechsel des Kindergeldberechtigten offengelassen, solange das Kindergeld noch nicht ausbezahlt wurde. Eine Rückwirkung über den Zeitpunkt der letzten Zahlung hinaus ist nicht vorgesehen. Hat die Frage der Kindergeldberechtigung Einfluss auf die Zahlung von Gehaltszuschlägen, sollte die Entscheidung über einen Wechsel des Kindergeldberechtigten möglichst frühzeitig getroffen werden.


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9. Freiberufler: Kosten für das häusliche Übungszimmer eines Berufsmusikers

Das Finanzgericht Köln hat mit Urteil vom 13.10.2010 (Az: 9 K 3882/09) entschieden, dass ein Berufsmusiker die Aufwendungen für sein Übungszimmer als Betriebsausgaben geltend machen kann.

Im Streitfall begehrte eine freiberuflich tätige Musikerin den Betriebsausgabenabzug der kompletten Aufwendungen für die Einrichtung eines in ihrer Wohnung befindlichen Proberaums.

Die Finanzverwaltung erkannte die geltend gemachten Kosten mit der Begründung nicht an, der Proberaum sei als Arbeitszimmer anzusehen, welches nicht den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit der Musikerin darstelle.

Die Kölner Richter sahen dies anders und ließen die gesamten Kosten zum Abzug zu. Denn nach den tatsächlichen Feststellungen des Gerichts sei der Raum eher mit einem Tonstudio als mit einem herkömmlichen Arbeitszimmer vergleichbar. Insofern seien die für ein häusliches Arbeitszimmer geltenden Abzugsbeschränkungen nicht anwendbar. Da nach Ansicht des Gerichts zudem keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich waren, dass das Zimmer in nennenswertem Umfang privat genutzt wurde, ließ es sämtliche Kosten zum Abzug zu.

Tipp:

Durch die Anerkennung der Kosten für das Übungszimmer reduzierte sich das zu versteuernde Einkommen der Musikerin erheblich. Das Urteil des FG Köln ist nicht zuletzt aufgrund einer ausführlichen Argumentation der Klägerin positiv zu ihren Gunsten ausgefallen. Stellen Sie daher in vergleichbaren Fällen sicher, dass Sie die wesentlichen Punkte vortragen, auf die es für eine steuerliche Anerkennung ankommt.


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Hinweis: Die in diesem Mandantenbrief enthaltenen Beiträge sind nach bestem Wissen und Kenntnisstand verfasst worden. Sie dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine qualifizierte Beratung in konkreten Fällen. Eine Haftung für den Inhalt dieses Informationsschreibens kann daher nicht übernommen werden.


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