Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Mandantenbrief

Mandantenbrief
Februar 2009

« 01/2009 |Ausdrucken Ausdrucken | Mandantenbrief as Word 6.0 -Datei Word-Datei | » 03/2009

Steuertermine

10.02. Umsatzsteuer
Lohnsteuer
Kirchensteuer zur Lohnsteuer
Getränkesteuer
Vergnügungsteuer
Die dreitägige Zahlungsschonfrist endet am 13.02. für den Eingang der Zahlung. Diese Frist gilt nicht für die Barzahlung und die Zahlung per Scheck.
16.02.Gewerbesteuer
Grundsteuer
Bezüglich der Gewerbesteuer und der Grundsteuer endet die dreitägige Zahlungsschonfrist am 19.02.

Zahlungen per Scheck gelten erst drei Tage nach Eingang des Schecks bei der Finanzbehörde als rechtzeitig geleistet. Um Säumniszuschläge zu vermeiden, muss der Scheck spätestens drei Tage vor dem Fälligkeitstag dem Finanzamt vorliegen.

Alle Angaben ohne Gewähr

Vorschau auf die Steuertermine März 2009:

10.03. Umsatzsteuer
Lohnsteuer
Kirchensteuer zur Lohnsteuer
Einkommensteuer
Kirchensteuer
Körperschaftsteuer
Getränkesteuer
Vergnügungsteuer

Die dreitägige Zahlungsschonfrist endet am 13.03. für den Eingang der Zahlung. Diese Frist gilt nicht für die Barzahlung und die Zahlung per Scheck.

Alle Angaben ohne Gewähr

Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge Februar 2009:

Die Beiträge sind in voraussichtlicher Höhe der Beitragsschuld spätestens am drittletzten Bankenarbeitstag eines Monats fällig. Für Februar ergibt sich demnach als Fälligkeitstermin der 25.02.2009.



Inhalt:

  1. Alle Steuerpflichtigen: Rentenbesteuerung verfassungsgemäß
  2. Alle Steuerpflichtigen: Vererblichkeit eines Verlustabzuges
  3. Arbeitnehmer: Fortbildungskosten absetzbar
  4. Arbeitnehmer: Verpflegungsmehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung
  5. Eltern: Fallbeilwirkung beim Kindergeld rechtens
  6. Alleinerziehende: Entlastungsbetrag auch für Wochenendkinder
  7. Altwageneigentümer: Abwrackprämie kommt
  8. Bausparer: Freistellungsauftrag für den Bausparvertrag
  9. Geländewagenfahrer: Besteuerung als PKW muss durchgeführt werden

1. Alle Steuerpflichtigen: Rentenbesteuerung verfassungsgemäß

Mit dem Alterseinkünftegesetz wurde die Rentenbesteuerung zum 01.01.2005 neu geregelt. Danach werden die Renten der gesetzlichen Rentenversicherung und der berufsständischen Versorgungswerke ebenso wie die Beamtenpensionen nachgelagert, d.h. in der Auszahlungsphase, besteuert. In einer Übergangszeit bis zum Jahr 2040 wird der steuerpflichtige Anteil der Renten kontinuierlich erhöht, wobei für die Höhe des steuerpflichtigen Rentenanteils das Jahr des Renteneintritts entscheidend ist. Durch diese Übergangsregelung kann es dazu kommen, dass ein Steuerpflichtiger in der Rentenansparphase zwar keine vollständige steuerliche Entlastung seiner eingezahlten Beiträge zur Rentenversicherung erhält, gleichwohl aber voll bzw. überwiegend mit den späteren Zahlungen aus der Rentenversicherung der Besteuerung unterliegt. Diese offensichtliche Diskrepanz hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 26.11.2008 (Az: X R 15/07) aufgegriffen und klargestellt, dass es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist, dass der Gesetzgeber die Besteuerung der Alterseinkünfte auf das System der nachgelagerten Besteuerung umgestellt hat.

Gegen diese Besteuerung, die im Vergleich zur bisherigen Besteuerung des Ertragsanteils der Renten deutlich belastender ausfällt, hatte sich ein selbstständig tätiger Rechtsanwalt gewandt. Dieser bezieht seit 2001 jeweils eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung und eine Rente aus dem Rechtsanwaltsversorgungswerk. Seiner Meinung nach verstößt die gleiche Besteuerung seiner Altersrenten im Vergleich zur Besteuerung einer Altersrente eines früheren angestellten Rentners gegen den Gleichheitsgrundsatz, da seine früher geleisteten Altersvorsorgeaufwendungen eine geringere steuerliche Entlastung erfahren hätten.

Mit seiner o.g. Entscheidung hat der BFH die Umstellung auf die nachgelagerte Besteuerung von Alterseinkünften verfassungsrechtlich für zulässig erachtet. Dies gilt nach Auffassung des Gerichts auch für die Übergangsregelung des Alterseinkünftegesetzes. Es handele sich hierbei um die Regelung komplexer Lebenssachverhalte, bei denen dem Gesetzgeber gröbere Typisierungen und Generalisierungen zugestanden werden müssten. Vor diesem Hintergrund begegne die Besteuerung der Renteneinkünfte eines vormals Selbstständigen im Rahmen der Übergangsregelung keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, sofern nicht gegen das Verbot der Doppelbesteuerung verstoßen werde.

Tipp:

Das der Entscheidung zugrundeliegende Thema ist bereits häufiger diskutiert worden. Die Entscheidung unterstreicht, wie wichtig es ist, möglichst frühzeitig im Rahmen der Altersvorsorge auch an die Steueroptimierung zu denken. Hierbei sollten Sie auf den Rat eines Fachmannes zurückgreifen.


nach oben

2. Alle Steuerpflichtigen: Vererblichkeit eines Verlustabzuges

Lange Zeit hat das folgende Thema die Steuerwelt beschäftigt: Kann ein vom Erblasser nicht genutzter Verlustabzug vom Erben für dessen Einkommensteuerveranlagung genutzt werden? Einfach ausgedrückt: Kann man den Verlust des Verstorbenen miterben?

Die Antwort gab bereits am 17.12.2007 der Große Senat des Bundesfinanzhofes (Az: GrS 2/04, vgl. auch dritter Beitrag der Mai-Ausgabe des Mandantenbriefes 2008): Der Erbe kann einen vom Erblasser nicht ausgenutzten Verlustabzug nicht im Rahmen seiner eigenen Veranlagung zur Einkommensteuer geltend machen. Jedoch ist die vorherige gegenteilige (steuerzahlerfreundliche) Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes (BFH), wonach der nicht ausgenutzte Verlustabzug vom Erben übernommen werden konnte, aus Gründen des Vertrauensschutzes weiterhin in allen Erbfällen anzuwenden, die bis zum Ablauf des Tages der Veröffentlichung dieses Beschlusses eingetreten sind.

Veröffentlicht wurde der Beschluss erstmals am 12.03.2008 auf der Internetseite des BFH. Eine Veröffentlichung im Bundessteuerblatt erfolgte dagegen erst am 18.08.2008. Das Bundesfinanzministerium hatte zuvor mit Schreiben vom 24.07.2008 (Az: IV C 4 - S 2225/07/0006) klargestellt, dass für die Anwendung der neuen Rechtsprechung der Veröffentlichungstermin im Bundessteuerblatt maßgeblich sein soll. Somit ist diese erst auf Erbfälle anzuwenden, die nach den Tag der Veröffentlichung des Beschlusses im Bundessteuerblatt, also am 19.08.2008, eingetreten sind.

Tipp:

Fraglich ist, ob man sich in der Praxis mit der neuen BFH-Rechtsprechung abfinden sollte. Schließlich sind extreme Fallkonstellationen denkbar, in denen der Erbe ohne Nutzung des Verlustvortrages des Erblassers erhebliche finanzielle Probleme bekommen kann. Auch wenn es sich dabei mit Sicherheit um die Minderheit der Fälle handelt, sollte geprüft werden, ob nicht ein Steuererlass infrage kommt. In aller Regel wird der Antrag auf einen Steuererlass schon aus Prinzip seitens des Fiskus abgelehnt, jedoch wird der Versuch nicht schaden. Daneben kommt eventuell auch eine abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgründen in Betracht. Hiernach können Steuern niedriger festgesetzt werden und einzelne Besteuerungsgrundlagen, die die Steuern erhöhen, unberücksichtigt bleiben, wenn die Erhebung nach Lage des individuellen Falles unbillig wäre.


nach oben

3. Arbeitnehmer: Fortbildungskosten absetzbar

Berufspezifische Fortbildungskosten sind als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit absetzbar und werden es auch weiterhin sein. Probleme gibt es allerdings regelmäßig mit dem Finanzamt, wenn die Fortbildung auch im Privatleben von Nutzen ist. So zum Beispiel im Fall von Seminaren zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit oder von Supervisionskursen in einem Zentrum für Persönlichkeitsentwicklung, über die der Bundesfinanzhof am 28.08.2008 zu entscheiden hatte (Az: VI R 44/04 und VI R 35/05).

Der Fiskus argumentierte, dass bei solchen Seminaren auch Fähigkeiten vermittelt würden, die der Teilnehmer im Privatleben nutzen könne. Insofern sei ein Werbungskostenabzug ausgeschlossen.

Dieser starren Aussage machte der Bundesfinanzhof in den oben genannten Entscheidungen ein Ende und entschied, dass auch Werbungskosten vorliegen können. Die strikte Weigerung, den Werbungskostenabzug zuzulassen, sei zumindest in den Fällen nicht geboten, in denen die Seminarteilnahmen der Sicherung und Verbesserung der Qualität der beruflichen Arbeit dienen oder Fähigkeiten vermitteln, die insbesondere für Führungskräfte erforderlich sind. Private Anwendungsmöglichkeiten der in den Fortbildungen gewonnenen Kenntnisse seien zumindest dann unbeachtlich, wenn sie sich als bloße Folge zwangsläufig und untrennbar aus den im beruflichen Interesse gewonnenen Kenntnissen und Fähigkeiten ergeben würden. Die Richter geben dabei drei Voraussetzungen an die Hand, die für eine berufliche Veranlassung der Kosten sprechen:

  • Die Kurse müssen von einem berufsmäßigen Veranstalter ausgerichtet werden.

  • Weiterhin ist wichtig, dass der Teilnehmerkreis homogener Natur ist. Insbesondere hier wird es oft zu Problemen mit der Finanzverwaltung kommen, denn diese sieht einen Teilnehmerkreis oft bereits dann nicht mehr als homogen an, wenn unterschiedliche Berufsgruppen anwesend sind. Dem folgt der BFH in den oben genannten Entscheidungen nicht. Entscheidend ist nach Auffassung der Gerichts vielmehr, dass die Kursteilnehmer aufgrund der Art ihrer beruflichen Tätigkeit gleichgerichtete fachliche Interessen haben.

  • Als dritte und letzte Voraussetzung muss der Erwerb der Kenntnisse auf eine anschließende Verwendung in der beruflichen Tätigkeit angelegt sein. Der Flirtkurs wird daher weiterhin außen vor bleiben.

Hinweis:

Sofern die Finanzverwaltung auf die steuerzahlerfreundlichen Urteile mit Nichtanwendungserlassen reagieren sollte, sollte der Einzelne den Klageweg nicht scheuen. Denn es ist zu erwarten, dass die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes auch von den unteren Instanzen angewendet wird.

nach oben

4. Arbeitnehmer: Verpflegungsmehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung

In der Wahl des Arbeitsortes wird vom Bürger allerorts Flexibilität verlangt. Eine ähnliche Flexibilität in punkto Anerkennung der doppelten Haushaltsführung scheint der Gesetzgeber jedoch nicht zu kennen.

Vor dem Finanzgericht Baden-Württemberg war die Frage zu entscheiden, ob die gesetzlich vorgesehene Begrenzung des Abzugs der pauschalen Verpflegungsmehraufwendungen auf die ersten drei Monate bei einer lupenrein beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung im Falle der beiderseitigen Berufstätigkeit der Eheleute rechtens sein kann. Das Finanzgericht Baden-Württemberg als Erstinstanz wehrte den Fall mit Urteil vom 08.05.2007 kurzerhand ab (Az: 4 K 230/06). Nach Meinung der Richter geht es in Ordnung, wenn nach Ablauf von drei Monaten keine Verpflegungsmehraufwendungen mehr zum Abzug gebracht werden können.

Hinweis:

Erfreulicherweise ist der Instanzenweg an dieser Stelle noch nicht beendet. Denn obwohl die Finanzrichter die Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) nicht zulassen wollten, wurde die Sache auf eine Nichtzulassungsbeschwerde hin vom BFH zur Entscheidung angenommen. Die Revision ist nun anhängig und läuft unter dem Aktenzeichen VI R 10/08.

Tipp:

In Fällen der beruflich bedingten doppelten Haushaltsführung kann es Sinn machen, sich an das Musterverfahren anzuhängen, um später von einer eventuell positiven Entscheidung des BFH profitieren zu können. Die steuerlichen Auswirkungen können dabei beachtlich sein.


nach oben

5. Eltern: Fallbeilwirkung beim Kindergeld rechtens

Die sog. Fallbeilregelung, wonach der Kindergeldanspruch der Eltern komplett entfällt, wenn die eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes den derzeit geltenden Grenzbetrag von 7.680 EUR auch nur um einen EUR überschreiten, steht nach Auffassung des Bundesfinanzhofes in Einklang mit dem Grundgesetz (Urteil vom 29.05.2008, Az: III R 54/06).

Mit dieser Entscheidung ist allerdings das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen. Denn das Verfahren ist inzwischen beim Bundesverfassungsgericht unter dem Az. 2 BvR 1874/08 anhängig. Betroffene sollten daher den Rechtsbehelf gegen den Ablehnungsbescheid zur Kindergeldfestsetzung weiterhin offen halten und auf ein Einsehen der obersten Verfassungshüter hoffen. Möglicherweise kommt das Bundesverfassungsgericht zu dem Ergebnis, dass der komplette Wegfall des Kindergeldes bei geringfügiger Überschreitung des Grenzbetrages verfassungswidrig ist und stattdessen ein geminderter Kindergeldbetrag zu gewähren ist.

Tipp:

Nicht zuletzt mit dem Urteil zur Pendlerpauschale haben die Karlsruher Verfassungshüter gezeigt, dass sie auch nicht vor antifiskalischen Urteilen zurückschrecken. Was diese Entscheidung mit dem Kindergeld zu tun hat? Ganz einfach, auch die Kindergeldstellen haben bisher in der irrigen Annahme des Werkstorprinzips die Pendlerpauschale bei der Berechnung der eigenen Einkünfte des Kindes erst ab dem 21. Kilometer angesetzt. Es ist daher zu prüfen, ob die eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes nicht noch durch die Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstätte für die ersten 20 Kilometer gekürzt werden können und so der anhand der Einkünfte und Bezüge überschrittene Grenzbetrag von 7.680 EUR wieder unterschritten wird. In diesen Fällen muss das Kindergeld gewährt werden. In einschlägigen Fällen waren die Kindergeldstellen angehalten, die Festsetzungsbescheide vorläufig ergehen zu lassen, weshalb eine Änderung problemlos möglich sein sollte (Weisung des Bundeszentralamtes für Steuern vom 23.12.2008, Az: St II 2 - S 0338 - 2/2008).


nach oben

6. Alleinerziehende: Entlastungsbetrag auch für Wochenendkinder

Mit Urteil vom 13.08.2008 hat das Finanzgericht Berlin-Brandenburg eine erfreuliche Entscheidung getroffen (Az: 7 K 7038/06 B).

Grundsätzlich steht Alleinerziehenden ein Entlastungsbetrag in Höhe von 1.308 EUR im Jahr zu, wenn zu ihrem Haushalt mindestens ein Kind gehört, für das sie Anspruch auf einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld haben (§ 24b Einkommensteuergesetz). Dieser Entlastungsbetrag kann der Entscheidung nach auch dann beansprucht werden, wenn sich das Kind nur am Wochenende oder in den Ferien beim Alleinerziehenden aufhält und dort mit dem Nebenwohnsitz gemeldet ist. Es ist also unbeachtlich, wenn sich das Kind die restliche Zeit bei dem anderen Elternteil aufhält und dort mit dem Erstwohnsitz dauerhaft lebt.

Hinweis:

Grundvoraussetzung ist jedoch, dass der andere Elternteil, bei dem das Kind hauptsächlich lebt, keinen Anspruch auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende hat, weil dieser beispielsweise wieder neu verheiratet ist oder schlicht nicht alleine lebt.

nach oben

7. Altwageneigentümer: Abwrackprämie kommt

Derzeit ist die sog. Abwrackprämie oder Umweltprämie - wie sie von offizieller Seite her genannt wird - in aller Munde. Als Teil des "Konjunkturpaketes II" ist sie noch nicht Gesetz, allerdings geht die Verteilung der Fördergelder bereits jetzt in die heiße Phase.

Ab dem 27.01.2008 stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) auf seinem Internetauftritt unter http://www.bafa.de die für die Beantragung der Prämie zwingend zu verwendenden Anträge zur Verfügung. Doch wer kann die Prämie überhaupt in Anspruch nehmen? Im Folgenden kurz zu den Voraussetzungen:

  • Antragsberechtigt ist jeder Erwerber eines Neufahrzeugs sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch der Erwerber eines Jahreswagens (s. dazu weiter unten). Der Erwerber kann mit der Beantragung auch den Händler beauftragen.

  • Der Erwerb- und die Zulassung des Neu- oder Jahreswagens müssen zwischen dem 14.01.2009 und dem 31.12.2009 erfolgen.

  • Die Prämie kann nur von Privatpersonen in Anspruch genommen werden, auf die das Altfahrzeug mindestens ein Jahr unmittelbar vor der Verschrottung in Deutschland zugelassen war. Entscheidend ist die Personenidentität zwischen Altfahrzeughalter und der Person, auf die der Neu- oder Jahreswagen zugelassen wird.

  • Das Altfahrzeug muss mindestens neun Jahre alt sein, d.h. die Erstzulassung des Fahrzeugs muss mindestens 9 Jahre vor dem Zeitpunkt der Verschrottung erfolgt sein. Zudem muss das Altfahrzeug unmittelbar vor der Verschrottung mindestens ein Jahr auf den Antragsteller zugelassen gewesen sein.

  • Wird ein Neuwagen angeschafft, so muss dieser zum ersten Mal und in Deutschland zugelassen werden; das Fahrzeug muss mindestens die Euro 4-Norm erfüllen. Dies gilt auch für Leasingfahrzeuge.

  • Beim Erwerb eines Jahreswagens darf dieser - zurückgerechnet vom Zeitpunkt der Zulassung auf den Antragsteller - längstens ein Jahr einmalig auf einen Kfz-Hersteller, dessen Vertriebsorganisationen oder dessen Werksangehörigen, einen Kfz-Händler, eine herstellereigene Autobank, ein Automobilvermietungsunternehmen oder eine Automobilleasinggesellschaft zugelassen gewesen sein.

  • Die Verschrottung des Altwagens muss zwischen dem 14.01.2009 und dem 31.12.2009 stattfinden und durch den Verwertungsnachweis eines anerkannten Demontagebetriebs nach der Altfahrzeugverordnung belegt werden. Zusätzlich ist eine Bestätigung des Betreibers des Demontagebetriebs, dass die Restkarosse einer Schredderanlage zugeführt wird, zu erbringen.

Hinweis:

Diejenigen, die die staatliche Förderung i.H.v. 2.500 EUR für den Neuwagen- oder Jahreswagenkauf in Anspruch nehmen wollen, sollten beachten, dass die Fördermittel auf 1,5 Milliarden EUR begrenzt sind, wobei in diesen Betrag die Kosten für den Verwaltungsaufwand mit einfließen. Die Auswahl derjenigen, die die Prämie bekommen können, ist also begrenzt. Die Fördergelder werden nach der Reihenfolge der Antragseingänge beim BAFA verteilt, also nach dem Motto: "Wer zuerst kommt, malt zuerst."

nach oben

8. Bausparer: Freistellungsauftrag für den Bausparvertrag

Die Abgeltungsteuer ist da und prompt ergibt sich möglicherweise Handlungsbedarf für alle Inhaber von Bausparverträgen. Diese sollten nämlich hinsichtlich ihres Bausparvertrages die Möglichkeit eines Freistellungsauftrages in Erwägung ziehen. Die Zinsen aus dem Bausparguthaben waren zwar auch schon vor dem Abgeltungsteuerzeitalter steuerpflichtig, jedoch existierte eine entscheidende Ausnahme. Wenn nämlich im Kalenderjahr der Zinsgutschrift oder im Vorjahr eine Arbeitnehmer-Sparzulage oder eine Wohnungsbauprämie festgesetzt wurde, mussten die Bausparinstitute keine Zinsabschlagsteuer einbehalten. An der Steuerpflicht der Zinsen hat sich sicherlich nichts geändert, diese ist nach wie vor gegeben. Jedoch muss ab diesem Jahr der 25%ige Abgeltungsteuerabschlag sofort durch die Bausparkasse durchgeführt werden, also auch in den Fällen, in denen Wohnungsbauprämien und Arbeitnehmersparzulagen gewährt wurden.

Hinweis:

Unter dem Strich führt dies dazu, dass weniger angespart werden kann und daraus folgend die Mindestsparsumme erst später erreicht wird. Damit erfolgt auch erst eine spätere Zuteilung. Wer jedoch auch der Bausparkasse einen Freistellungsauftrag erteilt hat, muss sich um diese Problematik keine Sorgen machen.

nach oben

9. Geländewagenfahrer: Besteuerung als PKW muss durchgeführt werden

Letztmalig im Mandantenbrief vom August des letzten Jahres hatten wir über die Besteuerung schwerer Geländewagen und das damit in Zusammenhang stehende anhängige Verfahren vor dem obersten deutschen Finanzgericht berichtet. Strittig ist dabei folgende Frage: Erst im Jahr 2006 hatte der Gesetzgeber festgelegt, dass schwere Geländewagen von über 2,8 Tonnen nicht ohne Weiteres unter die LKW-Besteuerung fallen. Diese ist jedoch wesentlich reizvoller für den Wagenbesitzer, da sich die Steuer hier nicht nach Hubraum, sondern nach dem Gewicht des Fahrzeuges richtet. Erster Knackpunkt war dabei, dass die in 2006 verabschiedete gesetzliche Regelung schon rückwirkend ab Mai 2005 gelten sollte. Um es kurz zu fassen: Eventuell gesehene Probleme hinsichtlich der Verfassungsmäßigkeit dieses Vorgehens hatte der Bundesfinanzhof (BFH) in München bereits mit seiner Entscheidung vom 09.04.2008 (Az: II R 62/07) ausgeräumt.

Die Tatsache, dass sich die Besteuerung von Geländewagen künftig an der Bauart und der Einrichtung des Fahrzeuges orientieren soll, wollte ein Geländewagenfahrer nicht hinnehmen und klagte weiter durch die Instanzen. Seinerzeit gaben wir Betroffenen den Rat, sich an dieses Musterverfahren anzuhängen. Mittlerweile haben sich die Richter des BFH geäußert und gegen den Geländewagenliebhaber entschieden. Sie urteilten am 01.10.2008, dass auch Geländewagen von mehr als 2,8 Tonnen künftig wie normale PKW nach Hubraum zu besteuern sind (Az: II R 63/07).

Hinweis:

Vorbei ist die Geschichte damit noch nicht. Der vor dem BFH unterlegene Kläger hat die Flinte nicht aus dem Geländewagen ins Korn geworfen, sondern mit Unterstützung eines deutschen Automobilclubs Verfassungsbeschwerde gegen die BFH-Entscheidung eingelegt. Ein Aktenzeichen des Bundesverfassungsgerichtes liegt derzeit noch nicht vor.

Tipp:

Wer gewillt ist, weiter zu kämpfen, sollte daher das Verfahren weiterhin als Musterprozess nutzen und den eigenen Kfz-Steuerbescheid offen halten.


nach oben


Hinweis: Die in diesem Mandantenbrief enthaltenen Beiträge sind nach bestem Wissen und Kenntnisstand verfasst worden. Sie dienen nur der allgemeinen Information und ersetzen keine qualifizierte Beratung in konkreten Fällen. Eine Haftung für den Inhalt dieses Informationsschreibens kann daher nicht übernommen werden.


nach oben