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Steuerlexikon

Steuern von A bis Z

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Reiseleistungen - Vermittlung: « Vorheriges Thema (Reiseleistungen - Umfang)Nächstes Thema » (Rente)

Im Gegensatz zu Reiseleistungen sind Vermittlungsleistungen nach den allgemeinen Vorschriften des UStG zu versteuern. Für die Abgrenzung ist nach dem Umsatzsteuerrecht entscheidend, wie der leistende Unternehmer gegenüber dem Leistungsempfänger auftritt.
Wenn der Unternehmer im fremden Namen und für fremde Rechnung gegenüber dem Empfänger der Leistung auftritt, erbringt er eine reine Vermittlungsleistung. Dies ist grundsätzlich bei Reisebüros der Fall, wenn sie beispielsweise Pauschalreisen im Namen der Reiseveranstalter oder Fahrkarten der Bahn AG verkaufen.
Es können auch mehrere Vermittlungsleistungen gegenüber dem Kunden erbracht werden.

Beispiel 1
Das Reisebüro Holiday vermittelt seinem Kunden in Münster eine Pauschalreise der TUI nach Fuerteventura ab Flughafen Hannover. Gleichzeitig vermittelt es die Bahnfahrt von Münster nach Hannover und zurück.

Lösung

Das Reisebüro erbringt zwei getrennte Vermittlungsleistungen:

a) Pauschalreise

b) Bahnfahrt nach Hannover


Voraussetzung ist, dass das Reisebüro gegenüber seinem Kunden darlegt, dass es im Auftrag der beiden leistenden Unternehmen tätig wird und eine getrennte Abrechnung vorgenommen wird.

Beispiel 2
Das Reisebüro Holiday vermittelt seinem Kunden eine USA-Rundreise aus mehreren Bausteinen:

a) Linienflug mit American Airlines

b) Hotelgutscheine der Best Western Hotels

c) Mietwagengutschein der AVIS Autovermietung

Die einzelnen Leistungen werden getrennt im Namen und für Rechnung der jeweils leistenden Unternehmer abgerechnet.

Lösung

Das Reisebüro erbringt drei getrennte Vermittlungsleistungen.


Anders ist der Fall zu beurteilen, wenn das Reisebüro eine Bündelung von Leistungen und eine eigene Preisgestaltung vornimmt. Dies kann auch zur Annahme von Reiseleistungen i.S. des § 25 UStG führen.

Beispiel 3
Der Reiseveranstalter Alltours hat ein Katalogangebot mit 2 Wochen Halbpension Menorca für 600 EUR angeboten. Das Reisebüro Holiday übernimmt ein Kontingent von 20 Plätzen zu einem bestimmten Termin wie folgt:

480,50

Einkauf

20 x Angebot wie oben

500,00

abzüglich 10 % Provision u

50,00

Umsatzsteuer 19 % auf Provision

9,50

- 59,50

---------

440,50

und ergänzt um einen Transfer zum Flughafen durch den deutschen Busunternehmer HDC

40,00

--------


Dieses Angebot wird als Gruppenreise mit Zusatzleistungen wie folgt abgerechnet:

Kundenzahlung insgesamt

610,00

Kundenpreis

550,00

zzgl. Transfer

60,00

--------


Bruttomarge des Reisebüros:

129,50

Kundenzahlung

610,00

- Zahlung an Alltours

480,50

-------


Lösung:

In diesem Fall übernimmt das Reisebüro Holiday ein Kontingent von Plätzen und damit auch das Risiko der Vermarktung. Bei einer reinen Vermittlung der Reisen für einen Veranstalter besteht ein solches Vermarktungsrisiko nicht.

Durch die eigene Preisgestaltung ist erkennbar, dass die Leistung des Reisebüros über ein Vermittlungsverhältnis hinaus geht. Deshalb erbringt das Reisbüro beim Verkauf an einen Endverbraucher eine Reiseleistung, die nach § 25 Abs. 1 UStG zu besteuern ist. Reisevorleistungen sind das Bündel "Pauschalreise" und die Transferleistungen des Busunternehmers HDC.



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