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Steuerlexikon

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Kirchensteuer - Zwölftelung: « Vorheriges Thema (Kirchensteuer - Sonderausgabenabzug)Nächstes Thema » (Kleinunternehmer)

Der Kirchenaustritt führt im Rahmen des Veranlagungsverfahrens zur monatsbezogenen Aufteilung (sog. zeitanteiligen Zwölftelung) der Kirchensteuer. Gegen die Zwölftelung bestehen keine rechtlichen Bedenken (BFH, 15.10.1997 - I R 33/97, BStBl. 1998 II, 126 im Anschluss an BVerwG, 12.2.1988, 8 C 16.86,). Je nachdem, in welchem Bundesland der Arbeitnehmer seinen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt begründet hat, endet die Kirchensteuerpflicht mit dem Ablauf des Kalendermonats oder des Folgemonats.

Beispiel:
Bei einem Kirchenaustritt im September beträgt die Kirchensteuer 9/12 der Steuerschuld, die sich für das ganze Jahr ergeben hätte. Einkommensteuer 4.500 x 9/12 x 9 % = 303,75


Auch ein nach dem Kirchenaustritt erzieltes höheres Einkommen, z.B. aufgrund einer Gehaltssteigerung, wird in die Berechnung nach der Zwölftelungsmethode einbezogen. Nur bei außerordentlichen, nach der Kirchenzugehörigkeit erzielten Einkommenszuwächsen gebietet im Einzelfall der Gleichheitsgrundsatz, die Kirchensteuer im Wege des Erlasses auf eine den Gesamtumständen Rechnung tragende, dem Steuerpflichtigen zuzumutende und deshalb billige Höhe zurückzuführen (BVerwG, 12.02.1988 - 8 C 16.86).

Beispiel:
Der Steuerpflichtige tritt mit Wirkung zum 30.6. aus der Kirche aus. Sein reguläres Einkommen beträgt 60.000 EUR p.a. Er erzielt am 15.12. einen steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn in Höhe von 600.000 EUR. Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer kann 50 % (6/12) der auf 60.000 EUR entfallenden Einkommensteuer sein, sofern bei Einbezug des Veräußerungsgewinns die Grenze der Sachwidrigkeit überschritten ist (BVerwG, 12.02.1988 - 8 C 16.86).


Liegen die Voraussetzungen für die Erhebung des besonderen Kirchgeldes nicht während des gesamten Veranlagungszeitraumes vor, so ist der Jahresbetrag des besonderen Kirchgeldes mit je einem Zwölftel für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen für die Erhebung des besonderen Kirchgeldes bestanden haben, festzusetzen. Nach Auffassung des Finanzgerichts Düsseldorf (FG Düsseldorf, 23.07.2004 - 1 K 5497/03 Ki, n.v.) ist dabei nicht auf den Jahreszeitraum bis zum Austritt, sondern nur auf die Dauer der Ehe abzustellen (Tatbestand "deren Ehegatte"; Einzelfallentscheidung).

Beim Ende der Kirchensteuerpflicht durch den Tod des Steuerpflichtigen wird die Zwölftelungsregelung nicht angewandt. Anders als beim Kirchenaustritt endet mit dem Tag des Todes die Einkommen- und Lohnsteuerpflicht.


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