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Kinder - Übergangszeit: « Vorheriges Thema (Kinder - ohne Ausbildungsplatz)Nächstes Thema » (Kinder - Vollzeiterwerbstätigkeit)

Zur Vermeidung von Härten wegen des Monatsprinzips in Fällen der Unterbrechung der Berufsausbildung kann ein Kind auch während einer Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten von höchstens vier Monaten berücksichtigt werden. Die Übergangszeit gilt ebenfalls in den Fällen, in denen das Kind eine (bis zu) viermonatige Wartezeit bis zum Beginn (oder nach Beendigung des) Wehr- oder Zivildienstes hat.

Die Vier-Monats-Frist ist nicht taggenau zu berechnen, sondern umfasst vier volle Kalendermonate (BFH, 15.07.2003 - VIII R 105/01, BStBl II 2003, 847). Dauert die Wartezeit länger als vier (volle) Monate, lässt der BFH allerdings keine Ausnahme zu (BFH, 15.07.2003 - VIII R 75/00, BFH/NV 2004, 171 sowie BFH, 15.07.2003 - VIII R 92/01, BFH/NV 2004, 173).

Beispiel:
Der Schüler S macht am 03.05.2010 sein Abitur. Die sich anschließende Ausbildung beginnt erst am 05.10.2010.

Lösung:

S ist als Kind zu berücksichtigen. Der nächste Ausbildungsabschnitt beginnt in dem Monat nach Ablauf des vierten vollen Monats, in dem sich das Kind nicht in Ausbildung befindet.


Beispiel:
Der Schüler S macht am 03.05.2010 sein Abitur. Die sich anschließende Wehrdienstzeit beginnt am 01.10.2010 und endet am 31.03.2011. Am 01.07.2011 nimmt S ein Studium auf.

Lösung:

S ist als Kind in einer Übergangszeit in den Monaten Juni bis September 2010 und April bis Juni 2011 zu berücksichtigen.


Die Vollzeiterwerbstätigkeit eines Kindes schließt seine Berücksichtigung als Kind, das sich in einer Übergangszeit befindet (§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG) oder auf einen Ausbildungsplatz wartet (§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG) nicht aus (BFH, 17.06.2010 - III R 34/09).

Hinweis:
Wie bei einem Kind ohne Ausbildungsplatz kann die Einbeziehung der Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungszeiten oder der Wartezeit auch nachteilig sein, wenn der in diesem Zeitraum erzielte Lohn des Kindes zum Überschreiten der Jahreseinkunftsgrenze führt.



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