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Steuerlexikon

Steuern von A bis Z

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Hinzurechnungsbetrag - Freibetrag Lohnsteuer: « Vorheriges Thema (Hinzurechnungen - Verlustanteile)Nächstes Thema » (Höchstbetragsberechnung)

1. Allgemeines

Im Gegenzug zur Eintragung eines Freibetrags auf der zweiten oder einer weiteren Steuerkarte (Steuerklasse VI) wird auf der Steuerkarte des ersten Dienstverhältnisses in gleicher Höhe ein so genannter Hinzurechnungsbetrag eingetragen (§ 39a EStG). Ein Hinzurechnungsbetrag auf der ersten Lohnsteuerkarte ist nur dann möglich, wenn der Grundfreibetrag durch die Höhe des Arbeitslohn nicht ausgeschöpft wird. In gleicher Höhe wird auf der weiteren Steuerkarte ein Freibetrag eingetragen. Dieser Hinzurechnungsbetrag wird bei der Ermittlung der Lohnsteuer aus dem ersten Dienstverhältnis als fiktiver Arbeitslohn dem tatsächlich gezahlten Lohn hinzugerechnet. Durch ihn wird letztlich sichergestellt, dass es zu einem für den gesamten Arbeitslohn zutreffenden Lohnsteuerabzug kommt.

Die Eintragung des Hinzurechnungsbetrags auf der Steuerkarte für das erste Dienstverhältnis ist zwingende Voraussetzung für die Eintragung eines Freibetrags auf der Steuerkarte mit der Steuerklasse VI.

Praxistipp:
Um zu vermeiden, dass es im ersten Dienstverhältnis auf Grund des Hinzurechnungsbetrages zu unnötigen Steuerzahlungen kommt, sollte der Freibetrag auf der Steuerklasse VI möglichst auf den Teil des lohnsteuerlich freibleibenden Betrags begrenzt werden, der im ersten Dienstverhältnis nicht ausgeschöpft wird.


2. Gleichzeitige Eintragung eines Freibetrags wegen erhöhter Werbungskosten usw.

Neben der Eintragung eines Freibetrages auf der Steuerkarte mit der Steuerklasse VI nach § 39a Abs. 1 Nr. 7 EStG bleibt es bei den übrigen Möglichkeiten zur Eintragung von Freibeträgen nach § 39a Abs. 1 Nr. 1 - 6 EStG z.B. wegen erhöhter Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnlicher Belastungen, Behinderung oder Verlusten aus anderen Einkunftsarten etc.

Die Eintragung eines solchen "normalen" Freibetrags hat allerdings Auswirkungen auf die Höhe des Hinzurechnungsbetrags. Dabei sind drei Fälle zu unterscheiden:

  1. Der Hinzurechnungsbetrag ist höher als der "normale" Freibetrag:

    Als Hinzurechnungsbetrag wird dann nur noch der um den normalen Freibetrag gekürzte Betrag auf der Steuerkarte für das erste Dienstverhältnis eingetragen. Freibetrag und Hinzurechnungsbetrag werden also saldiert.

  2. Der Hinzurechnungsbetrag entspricht exakt dem "normalen" Freibetrag:

    Auf der Steuerkarte für das erste Dienstverhältnis wird weder ein Freibetrag noch ein Hinzurechnungsbetrag eingetragen.

  3. Der Hinzurechnungsbetrag ist geringer als der "normale" Freibetrag:

    In diesem Fall wird auf der Steuerkarte für das erste Dienstverhältnis ein Freibetrag in Höhe des um den Hinzurechnungsbetrag gekürzten "normalen" Freibetrags eingetragen.

Beispiel:
E hat zwei Dienstverhältnisse. Im ersten Dienstverhältnis (Steuerklasse I) beträgt ihr Monatslohn 600 EUR. Hier fallen jährlich Werbungskosten in Höhe von 2.500 EUR an. Im zweiten Dienstverhältnis (VI) liegt ihr Arbeitslohn bei 290 EUR monatlich. E hat sowohl die Eintragung eines Freibetrags wegen erhöhter Werbungskosten als auch eines Hinzurechnungsbetrages in Höhe von 3.500 EUR auf der Steuerkarte mit der Steuerklasse I beantragt.

Lösung:

Auf der Steuerkarte Steuerklasse VI wird ein Freibetrag von 3.500 EUR / Jahr bzw. 292 EUR / Monat eingetragen. Für den Arbeitslohn aus diesem Dienstverhältnis ist damit keine Steuer einzubehalten.

Der Freibetrag wegen erhöhter Werbungskosten beträgt in diesem Fall 1.580 EUR (Werbungskosten 2.500 EUR abzüglich Arbeitnehmer-Pauschbetrag i.H. v. 920 EUR).

Auf der Steuerkarte Steuerklasse I wird folgender Hinzurechnungsbetrag eingetragen:

Hinzurechnungsbetrag:

jährlich

1.920 EUR

monatlich

160 EUR

Freibetrag lt. Steuerkarte VI

3.500 EUR

Freibetrag wegen Werbungskosten

1.580 EUR

-----------


Bei der monatlichen Lohnabrechnung ergibt sich dadurch folgendes Ergebnis:

=

maßgebender Arbeitslohn

760 EUR

Lohnsteuer lt. Monatstabelle "A" (Steuerklasse I)

0 EUR

Arbeitslohn

600 EUR

+

Hinzurechnungsbetrag

160 EUR

----------


Hinweis:
Zu beachten ist, dass Lohnsteuerkarten letztmals für 2010 von den Gemeinden ausgestellt worden sind. Das Papierverfahren soll ab 2012 durch ein elekronisches Verfahren (vgl. ELStAM) abgelöst werden. Ab 2011 sind nur noch die Finanzämter zuständig. Die Lohnsteuerkarte 2010 gilt übergangsweise auch für 2011. Wer in 2011 erstmals z.B. ein zweites Beschäftigungsverhältnis eingeht, erhält vom Finanzamt eine sog. Ersatzbescheinigung mit der Steuerklasse VI. Inhaltlich ändert sich am obigen Verfahren des Freibetrags bzw. Hinzurechnungsbetrags nichts.



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