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Firmenwagen - Home Office: « Vorheriges Thema (Firmenwagen)Nächstes Thema » (Firmenwagen - Poolfahrzeuge)

Haben Arbeitnehmer ein häusliches Arbeitszimmer als Home Office und nutzen sie zudem einen Firmenwagen, stellt sich die Frage der Firmenwagenbesteuerung und der etwaigen regelmäßigen Arbeitsstätte.

Regelmäßige Arbeitsstätte kann nach Verwaltungsauffassung auch die Wohnung des Arbeitnehmers sein, wenn er in dieser Wohnung ein eigenes Büro unterhält und darin Aufgaben erledigt, die mit seiner Tätigkeit in Zusammenhang stehen (BFH, 12.02.1988 - VI R 139/84, BFH/NV 1988 S. 439). Falls bei Arbeitnehmern sowohl das häusliche Arbeitszimmer als auch der Betrieb des Arbeitgebers als regelmäßige Arbeitsstätten anzusehen sind, handelt es sich bei den Fahrten von der Wohnung zum Betrieb um Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, sodass Reisekostengrundsätze keine Anwendung finden und eine entsprechende Firmenwagenbesteuerung zum Zuge kommt. Dies wird damit begründet, dass die Wohnung Ausgangs- und Endpunkt der Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist (BFH v. 16.02.1994 - XI R 52/91, BStBl II 1994 S. 468 und vom 19.08.1998 - XI R 90/96, BFH/NV 1999 S. 41; vgl. a. Verfügung der OFDen Rheinland und Münster v. 13.02.2009, DStR 2009, 432 sowie v. 19.02.2010, NWB 2010 S. 733).

Das FG Hessen hat diese Tendenz bestätigt. Ist das vom Arbeitgeber eingerichtete Dienstzimmer im eigenen Heim als häusliches Arbeitszimmer anzusehen, liegen keine den Ansatz eines geldwerten Vorteils - aufgrund der Dienstwagengestellung für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte - ausschließenden Fahrten zwischen zwei Arbeitsstätten vor, wenn der Arbeitnehmer mit dem Dienstwagen vom Home-Office aus zu weiteren regelmäßigen Arbeitsstätten fährt. Die Annahme solcher Fahrten erfordert, dass keine der Arbeitsstätten dem privaten Wohnbereich zuzurechnen, also nicht in diesen integriert ist (FG Hessen, 16.03.2009 - 11 K 3700/05). Der BFH hat sich letztlich in diesem Fall nicht der Rechtsauffassung des Klägers angeschlossen, dass die beruflich genutzten Räume in der Wohnung als Betriebsstätte des Arbeitgebers anzusehen seien (BFH, 22.09.2010 - VI R 54/09).

Für die Ermittlung des zusätzlichen pauschalen Nutzungswerts für die Fahrt vom Home-Office aus zu einer (weiteren) regelmäßigen Arbeitsstätte ist aber zugunsten des Steuerpflichtigen davon auszugehen, dass es sich um Fahrten zu einer weiter entfernten Arbeitsstätte handelt. Somit ist der geldwerte Vorteil aus der 1%-Regelung "nur" um 0,002 % des Listenpreises pro Entfernungskilometer zu erhöhen (Einzelbewertung). Dagegen ist der Nutzungswert für die nächstgelegene Arbeitsstätte "Home-Office" mit Null anzusetzen (im Sinne von R 8.1 Abs. 9 - 10 LStR ), da die Entfernung 0 km beträgt (OFD Frankfurt, 07.05.2009 - S 2334 A - 18 - St 211, L&G 8/2009, 34).


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